Glossar

Buchungsdatum

Datum, zu dem eine Bewegung durch die Bank auf einem Konto gebucht wird, i. d. R. aktueller Bankarbeitstag

Buchungsschnitt

Auch Cut-off. Definierter Zeitpunkt, zu dem Zahlungsaufträge bei der Bank eingegangen sein müssen, um gleichtägig verarbeitet zu werden. Cut-off-Zeiten können von Bank zu Bank und für unterschiedliche Auftragsarten variieren. So kann z. B. der Buchungsschnitt für Eilzahlungen nach dem Buchungsschnitt für Massenzahlungen liegen.

Cash Concentration

siehe Cash Pooling

Cash Management

Unter diesem Begriff werden im Allgemeinen die automatisierte Verarbeitung der elektronischen Kontoauszüge, die Disposition der Bankkonten sowie die Organisation des Cash Poolings zusammengefasst.

Cash Pooling

Auch Cash Concentration. Das Cash Pooling beschreibt allgemein die Zusammenführung liquider Mittel auf Bankkonten. Normalerweise sollen dadurch die Entstehung von Sollzinsen vermieden und die Gewährung besserer Zinskonditionen durch die Banken erreicht werden.

Beim Cash Pooling werden regelbasiert Kontoüberträge zwischen einem oder mehreren Unterkonten und einem Hauptkonto (auch Wurzelkonto) vorgenommen. Die so definierten Hierarchien können mehrstufig sein. Es kann die Übertragung von festen Beträgen oder das Auffüllen oder Abräumen der Unterkonten bis auf einen Sockelbetrag definiert werden. Sollen die Salden der Unterkonten dabei auf null gebracht werden, spricht man auch von Zero-Balancing.

Eine Sonderform des Cash Poolings ist das sog. Notional Pooling. Dabei werden die valutarischen Salden mehrerer zu einem notional Pool zusammengefassten Bankkonten miteinander verrechnet, sodass die Zinsrechnung so erfolgt, als ob nur ein einziges Konto verzinst würde. Die Zinsen werden auf dem definierten Wurzelkonto des notional Pools valutiert. Das Cash Pooling wird i. d. R. als Service von den Banken angeboten, beschränkt sich aber normalerweise auf Konten bei Banken derselben Institutsgruppe.

CGI

Common Global Implementation, Initiative zur weltweiten Verwendung von XML-basierten Zahlungsformaten gem. der ISO-Norm 20022, mehr infos auf swift.com

Compliance

Einhaltung gesetzlicher Normen sowie der Regeln guter Unternehmensführung 

Cut-off

siehe Buchungsschnitt

Debitor

Wirtschaftssubjekt, demgegenüber eine Forderung aus Lieferung und Leistung besteht, i. d. R. Kunden, vgl. Kreditor

Disposition

Die Disposition der Bankkonten umfasst die Ermittlung von Über- und Unterdeckungen über einen i. d. R. ein bis zweitägigen Zeithorizont sowie die Zurverfügungstellung von Liquidität in der richtigen Höhe, zum richtigen Zeitpunkt und in der benötigten Währung.

Finanzgeschäft

Geschäft, dem keine realwirtschaftliche Transaktion, also der Austausch von Gütern oder Dienstleistungen zugrunde liegt. Zu den Finanzgeschäften zählen u. a. Darlehen und Wertpapiergeschäfte sowie Devisen-, Geldhandels- und derivative Finanzgeschäfte wie Optionen, Swaps usw. Letztere werden manchmal auch als Treasury-Geschäfte bezeichnet.

In-House-Bank

Virtuelle Bank, bei der die zu einem Konzernverbund gehörigen Gesellschaften Girokonten unterhalten, über die wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten verrechnet werden können.

Eigentümer der virtuellen Bank ist normalerweise die Holding-Gesellschaft des Konzerns oder eines Teilkonzerns oder eine Finanzierungsgesellschaft. Mit der Verrechnung konzerninterner Forderungen bzw. Verbindlichkeiten über die In-House-Bank tritt ein Wechsel des Schuldners bzw. Gläubigers ein. Dabei tritt an die Stelle des ursprünglichen konzerninternen Schuldners bzw. Gläubigers die Gesellschaft, die die In-House-Bank führt.

Kontrahent

Vertragspartner beim Abschluss eines Finanzgeschäfts, vgl. Finanzgeschäft.

Kreditor

Wirtschaftssubjekt, demgegenüber eine Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung besteht, i. d. R. Lieferanten, vgl. Debitor.

Lastschrift

Auftrag an die Bank zur Übertragung von Giralgeld zwischen Bankkonten, wobei die Zahlung durch den Zahlungsempfänger beauftragt wird, vgl. Überweisung.

Payment Factory

Teil der Unternehmensorganisation zur zentralisierten Abwicklung von externen Zahlungen.

SEPA

Single European Payment Area, einheitlicher europäischer Zahlungsraum, http://www.europeanpaymentscouncil.eu/

Shared Service Center

Teil der Unternehmensorganisation zur zentralisierten Abwicklung von Dienstleistungen innerhalb des Konzernverbundes.

SWIFT

Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, http://www.swift.com.

Treasury

Unter dem Begriff Treasury kann die Gesamtheit der von einem Unternehmen abgeschlossenen Finanzgeschäfte verstanden werden.

Oft wird der Begriff aber auf die Organisationseinheit übertragen, die mit der Verwaltung der Finanzgeschäfte betraut ist. Das Treasury-Management umfasst alle Aktivitäten zum Abschluss und der Abwicklung von Finanzgeschäften. Dabei werden die folgenden Organisationseinheiten unterschieden:

Front Office, Abschluss von Finanzgeschäften mit den Kontrahenten, Middle Office, Risikobewertung, Controlling und Sicherstellung der Compliance, Back Office, Pflege der Stammdaten, Überwachung der Korrespondenz, Zins- und Währungsfixing.

Überweisung

Auftrag an die Bank zur Übertragung von Giralgeld zwischen Bankkonten, wobei die Zahlung durch den Zahlungspflichtigen beauftragt wird, vgl. Lastschrift.

Valutadatum

Durch das Valutadatum wird der Beginn oder das Ende der Zinsrechnung bestimmt.

Zahlung

Übertragung von Zahlungsmitteln zwischen zwei Wirtschaftssubjekten.

Zahlung, externe

Zahlung zwischen einer Konzerngesellschaft und einem konzernfremden Dritten.

Zahlung, fremd initiierte

Kontobewegungen, die nicht durch den Kontoinhaber selbst initiiert wurden, werden als fremdinitiierte Zahlungen bezeichnet. Hierzu zählen insbesondere eingehende Kundenzahlungen und die Belastung von Lastschriften aber auch Zins- und Gebührenposten sowie Bewegungen aus Cash Pooling. Im Gegensatz zu selbstinitiierten Zahlungen ist die Vorhersagegenauigkeit für fremdinitiierte Zahlungen ist zumeist gering.

Zahlung, interne

Zahlung zwischen zwei Konzerngesellschaften.

Zahlung, selbstinitiierte

Selbstinitiierte Zahlungen werden durch den Kontoinhaber des betrachteten Bankkontos initiiert. Hierzu zählen insbesondere Überweisungsaufträge, Lastschrifteinzugsaufträge und Scheckzahlungen. Selbstinitiierten Zahlungen stehen den fremdinitiierten Zahlungen gegenüber. Selbstinitiierte Zahlungen lassen sich i. d. R. präzise disponieren.

Zahlungsavis

Zahlungsankündigung. In einem Zahlungsavis werden dem Zahlungspartner (Zahlungspflichtiger bei einem Lastschrifteinzug/Begünstigter bei einem Überweisungsauftrag) Einzelheiten zu einer Zahlung mitgeteilt, wie z.B. Rechnungsnummern, Zahl- und Abzugsbeträge. Diese Informationen ermöglichen es dem Zahlungspartner, Posten in seinem Kontoauszug den entsprechenden Positionen in seiner Debitoren- bzw. Kreditorenbuchhaltung zuzuordnen.

Zahlungsmittel

Bargeld, Buchgeld oder Geldsurrogate wie Scheck und Wechsel.

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